
Was zuletzt geschah (Kontext):
Am 01.09.2025 begann ich das duale Studium Beratung für Bildung, Beschäftigung und Beruf an der HdBA Schwerin. Anfang November traf ich die Entscheidung, das Studium zu beenden. Am 18.12.2025 habe ich die Dienstkarte zurückgegeben und meine Kündigungsbestätigung erhalten – zum 31.12.2025 endet mein Ausbildungsvertrag mit der BA Berlin.
Die Kündigung:
Die erste Kündigung ist in der Post verschwunden. Die hatte ich noch von Schwerin aus geschrieben und verschickt, ist aber nie angekommen. Die zweite Kündigung brachte ich am 28.11. in Berlin auf den Weg. Laut Einschreibe-Tracking wurde sie am 01.12.2025 zugestellt. Bis sie aber im System der BA auftauchte, vergingen ein paar Tage. Am 11.12.2025, als ich gerade auf dem Weg war, eine dritte, ausgedruckte Kündigung persönlich abzugeben (damit sie noch fristgerecht gilt), lag die Kündigung dann endlich eingescannt vor. Am 18.12.2025 konnte ich die Hardware und Dienstkarte zurückgeben, bekam ein letztes Schriftstück – und damit bin ich jetzt offiziell raus.
Und nun?
Erstmal Plätzchen backen. Es ist ja schließlich bald Weihnachten.
Darüber hinaus? Ich weiß es noch nicht. Das finde ich noch raus.
Es macht mir Spaß, die Selbstständigkeit neu zu denken: ein digitales Illustrations-Produkt hypothetisch zu entwickeln, Wertmarketingsätze zu spinnen, ein Vision Board anzulegen… Und dann stelle ich mir die Frage: Will ich das wirklich machen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Ich habe mir die Arbeiten der letzten 20 Jahre angeschaut – mit der Frage: Was davon würde ich, wenn ich die freie Wahl hätte, nochmal machen? Es war nicht viel. “Wonderlings”, ein Projekt von Wooga, bei dem ich mithelfen durfte, ist so eine Arbeit. “Plato 3000”, ein Kartenspiel von vor 13 Jahren, eine andere. Und überraschenderweise auch Packaging-Designskizzen für Tütensuppen – weniger wegen des Produkts, sondern wegen des kreativen Freiraums, den ich hatte. Designskizzen machen einfach Spaß. Ein paar Styleframes, ein paar Pitchdecks… die Auswahl geht querbeet. Will ich noch ein Storyboard für Zahnpasta, Scheibenkäse, Auto-Versicherungen oder das Super-Spezial-Jahres-Exklusiv-Sondermodell-Produktupdate von Auto XYZ machen? Oder gar Hämorrhoidencreme? Eh.
AAA-Game-Concept-Art? Maybe… depends…
Also schaue ich mal durch den Blog. Zehn Jahre mehr oder weniger vollständiger privater Arbeiten. Wenn eine Sache konsistent ist, dann dass es nicht konsistent ist: Stile, Motive, Ideen – alles variiert. Es gibt Cartooniges, Realistisches, Charaktere, Landschaften, Abstraktes, Figürliches, Gutes und Schlechtes. Ich meinte kürzlich scherzhaft zu meiner Frau: “Auf deinem Grabstein wird stehen: ‘Sie hat Großartiges geschaffen.’ Auf meinem wird stehen: ‘Eh. Er hat Sachen probiert.’”
Wie sieht die Zukunft jetzt aus?
Konkret kann ich mir noch etwa zwei Jahre ohne Einkommen leisten, bis die Ersparnisse aufgebraucht sind. Den Cashbleed würde ich natürlich gerne stoppen -oder zumindest verlangsamen.
Das bedeutet: Ich suche Auftragsarbeiten. Gerne kurzfristige Engagements, wo ganz dringend Unterstützung gebraucht wird – wegen Krankheitsfällen, anstehenden Meilensteinen oder ähnlichem. Meine Seniorität und Stilvielfalt erlauben es mir, schnell und ohne viel Overhead einzuspringen, wo Bedarf ist.
Parallel schaue ich nach interessanten Stellenausschreibungen, Forbildungsmöglichkeiten, Erwachsenenbildungsmöglichkeiten – und bewerbe mich auch.
Gleichzeitig überlege ich, wie ich die Selbstständigkeit so aufbauen kann, dass sie für mich langfristig wieder spannend wird. Weg von reiner Zeit-für-Geld-Dienstleistung, hin zu einem Mischmodell: Licensing, ein eigener Stock-Art-Shop, ein Spreadshirt-Shop, vielleicht das Schreiben ernster nehmen und mehr Zeit investieren, damit es überhaupt eine Chance bekommt. Oder etwas ganz anderes von dem ich noch nichts weiß.
PunktPunktPunkt. Ausrufezeichen. Fragezeichen.
Erstmal Plätzchen backen.
Ich wünsche euch frohe Fest- und Feiertage. Viele leckere Plätzchen. Und falls jemand jemanden kennt, der jemanden sucht – oder mir einfach Geld schenken will: Ihr habt meinen Kontakt.